GAEB-Schnittstelle erklärt: Leistungsverzeichnisse digital austauschen

Die GAEB-Schnittstelle ist ein herstellerneutraler Standard für den elektronischen Austausch von Leistungsverzeichnissen, Angeboten und Aufträgen im Bauwesen. GAEB steht für „Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen“. So lässt sich ein Leistungsverzeichnis ohne Abtippen aus einem Ausschreibungsprogramm in das eigene System übernehmen.

Stand: 24. Juni 2026 · Allgemeine Information, keine Rechts- oder Steuerberatung.

Was ist GAEB?

GAEB steht für den „Gemeinsamen Ausschuss Elektronik im Bauwesen“. Die GAEB-Schnittstelle regelt, wie Bauleistungen digital und herstellerneutral ausgetauscht werden: Jede Position eines Leistungsverzeichnisses bekommt eine feste Ordnungszahl und Feldbedeutung.

Der Nutzen: Ein Architekt oder öffentlicher Auftraggeber kann ein Leistungsverzeichnis als GAEB-Datei verschicken, und Du liest es verlustfrei in Deine Software ein — ohne jede Position von Hand abzutippen und ohne Übertragungsfehler.

Die Dateiformate und ihre Bedeutung

GAEB-Dateien erkennst Du an Endungen wie .x83 oder .d84. Der Buchstabe steht für den Standard, die Zahl für die Austauschphase:

  • Der Buchstabe „x“ steht für das heutige Format GAEB DA XML (aktuell Version 3.3), „d“ für das ältere GAEB 90 und „p“ für GAEB 2000.
  • 81 – Leistungsbeschreibung: das auszuschreibende Leistungsverzeichnis ohne Preise.
  • 83 – Angebotsaufforderung: das Leistungsverzeichnis, das Du zur Preiseintragung erhältst.
  • 84 – Angebotsabgabe: Dein mit Preisen ausgefülltes Angebot, das Du zurückschickst.
  • 86 – Auftragserteilung: die Beauftragung durch den Auftraggeber.

Warum ist GAEB für Handwerker relevant?

Sobald Du Dich an Ausschreibungen beteiligst — vor allem bei öffentlichen Aufträgen oder Projekten mit Generalunternehmern — bekommst Du das Leistungsverzeichnis als GAEB-Datei (meist .x83). Wer diese Datei importieren kann, kalkuliert direkt im eigenen Programm und gibt das Angebot fehlerfrei als .x84 zurück.

Der typische Ablauf: Du bekommst eine X83 (Angebotsaufforderung), trägst Deine Preise ein und lieferst eine X84 (Angebotsabgabe) zurück. Ohne GAEB-fähige Software bleibt nur mühsames Abtippen — und größere oder öffentliche Aufträge sind kaum erreichbar.

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Häufige Fragen

Was bedeutet die Dateiendung .x83?
Eine .x83-Datei ist eine GAEB-Angebotsaufforderung im aktuellen XML-Format (GAEB DA XML). Sie enthält das Leistungsverzeichnis, in das Du Deine Preise einträgst. Dein ausgefülltes Angebot gibst Du dann als .x84 (Angebotsabgabe) zurück.
Wofür steht die Abkürzung GAEB?
GAEB steht für „Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen“. Dieses Gremium pflegt den Standard für den elektronischen Austausch von Leistungsverzeichnissen, Angeboten und Aufträgen im Bauwesen.
Brauche ich GAEB als Handwerker zwingend?
Nur, wenn Du Dich an Ausschreibungen beteiligst, bei denen das Leistungsverzeichnis als GAEB-Datei verschickt wird — typisch bei öffentlichen Aufträgen und Generalunternehmer-Projekten. Wer GAEB importieren und exportieren kann, spart das Abtippen und vermeidet Übertragungsfehler.

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