Sicherheitsschuhe für Baustellen richtig wählen

Kauf einfach S3 für alle, dann bist Du auf der sicheren Seite. Diesen Rat hörst Du oft. Er ist falsch. Ein Schuh kann die richtige Klasse tragen und trotzdem auf Deiner Baustelle versagen, weil er rutscht, nass wird oder drückt. Sicherheitsschuhe für Baustellen legst Du nicht im Regal fest. Du leitest sie aus der Gefährdungsbeurteilung je Baustelle und Kolonne ab. Erst dann entscheidest Du über Klasse, Sohle und Material.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ein Schuh nicht für jede Baustelle reicht
- Welche Schutzklasse zu welcher Baustelle passt
- Materialien und Bauart richtig einordnen
- So legst Du den Schuh fest und prüfst ihn im Alltag
- Was der Betrieb bereitstellen und nachweisen muss
- Pflege, Kosten und Ersatz für die Kolonne
- Den Schuh für die nächste Kolonne festlegen
Warum ein Schuh nicht für jede Baustelle reicht
Altbau, Mehrfamilienhaus, drittes Obergeschoss. Vormittags reißt Deine Kolonne eine Wand raus. Nägel, Schutt und abgebrochene Latten liegen auf dem Boden. Nachmittags streicht die nächste Kolonne im selben Raum auf frischem Estrich. Der Untergrund ist glatt, die Gefahr kommt jetzt eher vom Ausrutschen als vom Nagel.
Ein Standardmodell für beide Phasen passt selten. Beim Abbruch brauchst Du Durchtrittschutz und eine grobe, profilierte Sohle. Beim Malern auf Estrich brauchst Du vor allem Halt, einen bequemen Stand und Schutz vor herabfallendem Werkzeug. Wenn Du nur nach der Klasse kaufst, übersiehst Du genau diesen Wechsel.

Fußverletzungen sind kein Randrisiko
Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung zur Auswahl von Arbeitsschuhen zählte im Berichtsjahr 2017 insgesamt 780.524 meldepflichtige Arbeitsunfälle, davon betrafen 138.975 Fälle den Fuß oder Knöchel. Das sind rechnerisch rund 17,8 Prozent aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle. Fast jeder fünfte gemeldete Unfall trifft also den Bereich, den Dein Schuh schützen soll.
Die typischen Gefährdungen kennst Du von jeder Baustelle. Ein Ziegel kippt von der Palette. Eine Bohrmaschine rutscht von der Leiter. Jemand klemmt sich den Fuß unter einem Bauteil ein oder tritt auf einen spitzen Gegenstand im Schutt. Dazu kommen unebene Verkehrswege, provisorische Treppen und Kellerabgänge ohne festen Belag.
Starte nicht mit dem Regaletikett. Starte mit Untergrund, Tätigkeit und Kolonne vor Ort.
Ein Schuh nach DIN EN ISO 20345 hat eine Zehenkappe, deren Schutzwirkung mit 200 Joule Prüfenergie getestet wird. Das ist die Basis. Sie sagt aber nichts darüber, ob der Schuh bei Nässe dicht hält, ob ein Nagel durch die Sohle geht oder ob Dein Monteur auf nasser Rohdecke Halt findet. Genau deshalb reicht die Aussage „hat eine Stahlkappe“ auf dem Bau nicht.
Die Beurteilung entscheidet, nicht das Gewerk
Bauarbeiten gehören zu den Tätigkeiten, bei denen Fußschutz typischerweise erforderlich ist. Pflicht wird er, wenn Deine tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung ein Fußrisiko ergibt. Das klingt nach Büro, ist aber praktisch. Du schaust Dir das konkrete Objekt an und hältst fest, was dort passieren kann.
Schreibe je Baustelle vier Punkte auf:
- Durchtritt prüfen: Liegen Nägel, Schrauben, Draht oder scharfe Reste auf dem Boden?
- Rutschen prüfen: Ist der Belag glatt, nass, staubig oder mit Folie abgedeckt?
- Nässe prüfen: Arbeitet die Kolonne draußen, im Keller oder mit frischem Putz und Estrich?
- Stoffe prüfen: Kommen Mörtel, Kleber, Öl oder andere chemische Stoffe an den Schuh?
Daraus legst Du Schuhklasse, Ausstattung und Tragepflicht fest. Für die Abbruchkolonne am Vormittag kann das ein hoher S3 Schuh sein. Für die Malerkolonne am Nachmittag reicht unter Umständen ein leichterer Schuh mit anderer Sohle. Beide Entscheidungen sind richtig, wenn sie zur Phase passen.
Die Regel ist kurz. Gefährdungsbeurteilung vor Schutzklasse. Wer umgekehrt arbeitet, kauft erst und sucht danach eine Begründung. Das schützt weder den Fuß noch den Betrieb, wenn nach einem Unfall jemand Deine Unterlagen sehen will.
Welche Schutzklasse zu welcher Baustelle passt
Nutze diese Tabelle als Arbeitsblatt, nicht als Einkaufsliste. Du suchst die Zeile, die zu Deinem Einsatz passt. Dann prüfst Du, ob Untergrund, Nässe und Nagelrisiko in Deiner Beurteilung wirklich so aussehen.
Schutzklasse nach Baustellentyp
| Einsatz | Klasse | Zusatz prüfen | Grund |
|---|---|---|---|
| Trockener Innenausbau ohne spitze Reste | S1 | Antistatik, Fersenenergieaufnahme | Zehenschutz und geschlossene Ferse reichen oft |
| Ausbau mit Nägeln, Schrauben, Metallresten | S1P, S3L oder S3S | PL Textil oder PS Metall, Profilsohle | Durchtritt ist das Hauptrisiko |
| Nasser Putz, Estrich, Außenbereich mit Pfützen | S2 oder S3 | Wasserdurchtritt, bei viel Nässe höherer Schaft | Wasser darf nicht in den Schuh |
| Rohbau, Gerüst, Abbruch, Lagerplatz | S3 oder S3S | durchtrittsichere Sohle, profilierte Laufsohle | BG BAU nennt hier oft S3 |
| Straßenbau und frischer Asphalt | S3 | HI oder HRO | heißer Untergrund |
| Glatte Böden und Leitern | Klasse nach Nässe | SR, ältere Schuhe SRA, SRB oder SRC | Rutschen und Stolpern |
| Arbeiten im Wasser oder Schlamm | S5 | hoher Gummistiefel | der ganze Schuh muss dicht sein |
SB ist nur die Basis mit Zehenschutz. Auf einer Baustelle reicht das selten, weil Dir wichtige Eigenschaften an Ferse, Sohle und Obermaterial fehlen können. S1 bringt eine geschlossene Ferse, Antistatik, Energieaufnahme im Fersenbereich und Kraftstoffbeständigkeit der Sohle mit. Das passt zum trockenen Innenausbau, wenn keine spitzen Reste herumliegen und der Boden trocken bleibt.
S2 ergänzt den Schutz gegen Wasserdurchtritt am Obermaterial. Das brauchst Du bei feuchtem Putz, bei Estricharbeiten oder draußen nach Regen. S3 geht weiter. Du bekommst zusätzlich eine durchtrittsichere Zwischensohle und eine profilierte Laufsohle. Genau diese Kombination macht S3 auf Rohbau, Gerüst und Abbruch so verbreitet.
Die neuen Kürzel richtig lesen
Nach EN ISO 20345:2022 siehst Du häufiger S3L und S3S. Der Unterschied liegt in der durchtrittsicheren Einlage. S3L steht für eine textile Einlage nach der Grundprüfung, S3S für eine Ausführung, die mit einem dünneren Prüfnagel schärfer getestet wurde. Ältere Schuhe tragen oft noch S1P oder einfach S3 ohne diesen Zusatz. Lass Dich davon nicht verwirren. Entscheidend ist, ob Durchtrittschutz vorhanden ist und ob Material und Bauart zu Deinem Einsatz passen.
Die DGUV zum passenden Schuhwerk auf Baustellen hebt die durchstichhemmende Sohle für Baustelleneinsätze hervor, weil Nägel, Schrauben, Metallreste und andere spitze Gegenstände den Fuß verletzen können. Die Einlage kann aus Stahl oder Textil bestehen. Zusätzlich muss das Laufprofil zum Untergrund passen, sonst bleibt die Rutschgefahr.
Merkregel für die Sohle: Zehenkappe schützt von oben. Auf der Baustelle kommt die Verletzung oft von unten.
Für frischen Asphalt reicht S3 allein nicht. Du brauchst zusätzlich HI für Wärmeisolierung des Schuhunterbaus oder HRO für eine Laufsohle, die Kontaktwärme verträgt. Auf glatten Böden und Leitern zählt die Rutschhemmung. Neue Schuhe tragen dafür oft SR, ältere Modelle noch SRA, SRB oder SRC. Stehst Du dauerhaft im Wasser oder Schlamm, ist S5 die eigene Lösung. Das ist ein hoher, dichter Stiefel mit Zehenschutz und Durchtrittschutz, kein Halbschuh mit guter Imprägnierung.
Prüfe die Zeile immer an Deiner Beurteilung, nicht am Namen des Gewerks. Ein Maler auf einer Abbruchbaustelle hat ein anderes Risiko als ein Maler in einer bezugsfertigen Wohnung. Ein Dachdecker auf der Latte braucht anderen Halt als ein SHK Monteur im nassen Keller. Die Klasse folgt dem Einsatz. Nicht umgekehrt.
Materialien und Bauart richtig einordnen
Das Obermaterial entscheidet, wie Dein Schuh auf Hitze, Nässe und Dreck reagiert. Leder ist strapazierfähig, gibt mit der Zeit nach und passt sich dem Fuß an. Es braucht aber Pflege und nimmt ohne Membran Wasser auf. Nach einem Tag im nassen Rohbau ist ein Lederschuh schwer und trocknet langsam.
Synthetik und Textil sind leicht und trocknen schneller. Für warme Innenarbeiten, zum Beispiel Trockenbau im Sommer oder Elektroinstallation in einem trockenen Neubau, ist das angenehm. Bei harter Beanspruchung, Funken, scharfen Kanten oder viel Mörtel verzieht sich leichtes Material aber schneller. Du tauschst Komfort gegen Haltbarkeit. Diese Abwägung musst Du bewusst treffen, nicht nach Optik.
Membran und Futter nach Einsatz wählen
Eine Membran hält Wasser von außen ab. Feuchtigkeit vom Fuß kommt nur begrenzt raus. Bei Nassarbeit lohnt sich das, zum Beispiel beim Verputzen einer Außenwand im Herbst. Im Hochsommer auf einem heißen Flachdach kann dieselbe Membran zu warmen, feuchten Füßen führen. Dann lässt die Kolonne den Schuh in der Pause offen stehen oder wechselt heimlich auf private Schuhe.
Prüfe deshalb auch das Futter:
- Netzfutter wählen: Es kühlt besser und passt zu Sommerarbeit, Asphalt und trockenen Innenräumen.
- Vollfutter wählen: Es hält im Winter auf dem Rohbau wärmer, macht den Schuh aber enger und schwerer.
- Schaft hoch wählen: Bei Nassarbeit läuft Wasser sonst von oben über den Rand in den Schuh.
- Schaft niedrig wählen: Halbschuhe geben mehr Bewegung, stützen den Knöchel auf Gerüst und unebenem Gelände aber weniger.
Bei der Sohle hast Du meist die Wahl zwischen Gummi und PU. Gummi bleibt bei Nässe, Öl und Kontaktwärme stabiler und eignet sich für Straßenbau und Werkstatt. PU ist leichter und dämpft besser, wenn Dein Monteur den ganzen Tag auf Beton steht, etwa beim Fliesenlegen in einem Badezimmer. Eine harte Sohle schützt gut, ermüdet aber schneller. Eine weiche Sohle ist bequem, kann auf scharfem Schutt aber schneller einknicken.
Auch der Verschluss ist keine Nebensache. Schnürsenkel halten den Fuß stabiler und lassen sich an Spann und Weite anpassen. Klett oder Schnellverschluss geht schneller auf und zu, zum Beispiel wenn ein Monteur oft zwischen Kundenwohnung und Transporter wechselt. Dafür sammelt Klett Staub und verliert mit der Zeit an Halt.
Lege Material und Bauart aus Deiner Beurteilung fest. Wenn dort Nässe, Hitze und Leiterarbeit stehen, muss der Schuh genau das können. Ein schöner Sneaker Look hilft Dir nicht, wenn der Schuh nach zwei Stunden nass ist.
So legst Du den Schuh fest und prüfst ihn im Alltag
Arbeite in sechs Schritten. Du brauchst dafür kein Formular mit zwanzig Seiten. Du brauchst eine klare Reihenfolge, die jede Kolonne versteht und die Du am Auftrag wiederfindest.

Schritt 1 bis 3 am konkreten Objekt
1. Erfasse Tätigkeit und Umgebung. Schreibe Baustellentyp, Objektadresse und Kolonne auf. Meinst Du Rohbau, Tiefbau, Straßenbau, Gerüstbau, Abbruch oder Ausbau? Beim Mehrfamilienhaus trennst Du Abbruch am Vormittag von Malerarbeiten auf Estrich am Nachmittag. Das sind zwei Einsätze, auch wenn die Adresse gleich bleibt.
2. Bewerte jedes Risiko einzeln. Gehe die Liste durch: herabfallende Teile, Nägel, scharfe Kanten, Nässe, Chemikalien, Rutschen, Hitze, Kälte und Arbeit auf Leitern. Die BG BAU Handlungshilfe zum Fußschutz nennt für zahlreiche Bauarbeiten durchtrittsicheren Fußschutz, typischerweise S3, als erforderlich. Schuhe der Klasse S müssen eine Zehenkappe mit 200 Joule Prüfenergie beziehungsweise 15 kN Druckkraft besitzen.
3. Lege Klasse und Zusatzzeichen fest. Schreibe das Ergebnis an den Auftrag. Nicht nur in einen Ordner im Büro. Die Kolonne muss vor Ort sehen, welcher Schuh für diese Baustelle freigegeben ist. Eine übersichtliche Checkliste für Deine Baustellenunterlagen hilft Dir, diese Punkte je Objekt gleich zu erfassen und nichts zu vergessen.
Schritt 4 bis 6 mit der Kolonne testen
4. Kaufe nur geprüfte Ware. Der Schuh braucht CE Kennzeichnung, Baumusterprüfung und Herstellerinformation. Das CE Zeichen bestätigt die gesetzlichen EU Anforderungen. Es ersetzt aber nicht Deine Auswahl. Ein CE Schuh kann fürs Lager richtig und fürs Gerüst falsch sein.
5. Lass mehrere Modelle anprobieren. Nimm zwei bis drei Modelle in verschiedenen Weiten und mit unterschiedlichen Sohlenprofilen. Teste sie möglichst auf der Fläche, die zum Gewerk passt. Glatter Estrich für Maler. Nasse Rohdecke für Maurer. Leiter und Dachlatte für Dachdecker. Kies und Rasenkanten für GaLaBau.
6. Teste eine Woche im echten Einsatz. Notiere je Person vier Punkte: Druckstellen, Rutschen, nasse Füße und Wärme. Dazu kommen Ermüdung am Abend und sichtbarer Sohlenverschleiß. Bleibt eine Beschwerde nach der Woche bestehen, wechselst Du das Modell. Du wiederholst nicht einfach die Tragepflicht und hoffst, dass sich der Fuß daran gewöhnt.
Ein Schuh, der drückt, wird nicht konsequent getragen. Dann hast Du auf dem Papier PSA und auf der Baustelle Turnschuhe.
Die Zahlen zeigen, warum dieser Test so wichtig ist. Laut DGUV zu Sicherheitsschuhen für geschützte Füße meldete die BG BAU für 2023 insgesamt 96.153 meldepflichtige Arbeitsunfälle, und 17,7 % betrafen Füße oder Sprunggelenke. Viele dieser Verletzungen entstehen durch Ausgleiten, Stolpern und Stürzen, nicht nur durch einen fallenden Stein.
Der häufigste Fehler bleibt der Einkauf eines Standardmodells für alle. Dann fehlt dem einen die Rutschhemmung auf Fliesen, dem nächsten der Wasserschutz im Keller und dem dritten die Hitzebeständigkeit auf Asphalt. Beteilige Deine Beschäftigten an Auswahl und Anprobe. Die Tragebereitschaft steigt, wenn ein Monteur zwischen zwei freigegebenen Modellen wählen darf und seine Weite wirklich passt.
Halte Fotos vom Untergrund, Tätigkeit, Schuhfreigabe und Rückmeldungen am Projekt fest. Wenn die Saison wechselt oder die Kolonne vom Rohbau in den Innenausbau geht, bewertest Du neu. Der Test aus dem Sommer gilt nicht automatisch für eine nasse Baustelle im November.
Was der Betrieb bereitstellen und nachweisen muss
Du musst als Arbeitgeber mehr tun als Schuhe bestellen. Die Reihenfolge ist festgelegt: erst beurteilen, dann auswählen, dann ausgeben, dann unterweisen und kontrollieren. Wenn ein Glied fehlt, hast Du eine Lücke.
Nach den Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, zusammengefasst im Merkblatt der BGHM zum Fußschutz, musst Du persönliche Schutzausrüstung kostenlos bereitstellen, wenn die Gefährdungsbeurteilung ihren Einsatz verlangt. Dazu zählen ausdrücklich Sicherheitsschuhe. Die Auswahl muss der PSA Verordnung (EU) 2016/425 entsprechen. Das ist die EU Verordnung für persönliche Schutzausrüstung, kurz PSA.
§ 29 der DGUV Vorschrift 1 verlangt, dass Du geeigneten Fußschutz in ausreichender Anzahl zur persönlichen Verwendung zur Verfügung stellst. Persönlich heißt: Der Schuh ist einer Person zugeordnet, in ihrer Größe und Weite. Ein Karton mit Restgrößen im Lager erfüllt das nicht. Fußschutz ist PSA, braucht ein CE Zeichen und richtet sich nach DIN EN ISO 20345.
Deine vier Nachweise je Baustellentyp
Lege für jeden Baustellentyp vier Nachweise ab:
- Anforderung festhalten: Welche Klasse und welche Zusätze hast Du aus der Beurteilung abgeleitet?
- Ausgabe dokumentieren: Wer hat welches Modell in welcher Größe und Weite wann bekommen?
- Unterweisung belegen: Wer wurde wann erklärt, wie der Schuh getragen, geprüft und gemeldet wird?
- Aussortieren festhalten: Welcher beschädigte Schuh wurde wann ersetzt und durch welchen?
Die Unterweisung dauert keine Stunde. Erkläre, warum der Schuh auf dieser Baustelle Pflicht ist, wie die Schnürung sitzen muss und woran man Schäden erkennt. Zeige eine glatt gelaufene Sohle und eine eingedrückte Kappe. Dann weiß jeder, ab wann ein Schuh nicht mehr auf die Baustelle gehört.
Lege diese Nachweise am Auftrag ab, nicht in einem losen Chat. Eine digitale Baustellendokumentation am Projekt bündelt Fotos, Schuhfreigabe und Unterweisung so, dass die nächste Kolonne denselben Stand sieht. Das ist besonders wichtig, wenn Maler, SHK, Elektro und Dachdecker nacheinander im selben Objekt arbeiten und unterschiedliche Anforderungen haben.
Du musst auch kontrollieren. Schau bei der Baustellenbegehung auf die Füße. Trägt jemand private Schuhe, klärst Du den Grund noch am selben Tag. Ist der ausgegebene Schuh defekt, stellst Du Ersatz. Drückt er, suchst Du ein anderes freigegebenes Modell. Nur Ermahnen ohne passende Alternative bringt wenig.
Pflege, Kosten und Ersatz für die Kolonne
Es gibt keine feste gesetzliche Tauschfrist in Monaten. Du ersetzt den Schuh, sobald Schutz oder Passform nachlassen. Ein Kalender im Büro ersetzt keinen Blick auf Sohle, Kappe und Naht.
Wann Du Schuhe ausgibst oder austauschst
| Anlass | Prüfung | Entscheidung |
|---|---|---|
| Neuer Monteur vor dem ersten Objekt | Größe, Weite, Baustellentyp | Anprobe und Ausgabe durch den Betrieb |
| Nach der ersten Woche | Druckstellen und Akzeptanz | anderes Leistenmodell, wenn die Beschwerde bleibt |
| Sichtbarer Schaden | Kappe, Naht, Risse, glattes Profil | sofort aussondern und ersetzen |
| Nasse Füße trotz passender Klasse | Wasserschutz des Modells | Modell wechseln, nicht weitertragen |
| Wechsel von Rohbau zu Innenausbau | neue Gefährdungsbeurteilung | Klasse neu festlegen |
| Verlorener ausgegebener Schuh | Bestand je Person | kostenlosen Ersatz stellen |
Die tägliche Pflege ist einfach. Schmutz und Baustoffe klopfst Du ab, bevor Mörtel hart wird. Nasse Schuhe trocknest Du nach Herstellerangabe bei Raumtemperatur, nicht auf der Heizung. Direkte Hitze schadet Kleber und Leder. Nimm die Einlegesohlen zum Lüften raus. Prüfe Schnürung und Nähte vor dem nächsten Objekt, nicht erst auf dem Gerüst.
Flicken ist kein Ersatz für eine geprüfte Sohle. Eine beschädigte Kappe, ein Riss im Obermaterial oder ein glattes Profil bedeuten Austausch. Das gilt auch, wenn der Schuh von außen noch brauchbar aussieht, die Dämpfung aber platt ist und Dein Monteur abends über müde Füße klagt.
Den Preis pro Tragemonat rechnen
Beim Preis hilft Dir nur ein belegter Wert als Unterkante. inba Arbeitsschutz mit S3 Sicherheitsschuhen im Angebot führte einen S3 Schuh für Baustelle und Handwerk für 18,45 Euro netto. Das ist ein Einstiegspreis, kein Richtwert für jede Kolonne. Ein günstiger Schuh kann im täglichen Rohbau schnell verschleißen. Ein teurer Schuh lohnt sich nur, wenn Dein Wochentest Tragezeit, Passform und Sohle bestätigt.
Rechne deshalb so: Teile den Nettopreis durch die Monate, die das Paar im echten Einsatz hält. Ein Schuh für 18,45 Euro netto, der nach einem Jahr ersetzt wird, kostet rund 1,54 Euro pro Monat. Hält er zwei Jahre, ist es die Hälfte. Vergleiche danach nicht den Kaufpreis, sondern den Preis pro Tragemonat und die Beschwerden im Test.
Plane Größe und Weite je Person. Wenn Deine Kolonne zwischen Nass- und Trockenbaustellen wechselt, kann ein zweites Paar sinnvoll sein. Der Betrieb zahlt die Ausgabe und den Ersatz, auch wenn ein ausgegebener Schuh verschlissen ist oder verloren geht. Private Turnschuhe sind keine Ausweichlösung, sobald Deine Beurteilung Fußschutz verlangt.
Halte Modell, Größe und Ausgabedatum an der Person fest. Dann startet die nächste Bestellung nicht bei null. Du siehst, welche Weite bei welchem Monteur funktioniert hat und welches Profil auf Estrich gerutscht ist.
Den Schuh für die nächste Kolonne festlegen
Nimm Dir diese Woche eine laufende Baustelle vor. Zum Beispiel das Mehrfamilienhaus mit Abbruch, Rohbau und Ausbau. Schreibe für jede Kolonne Untergrund, Nässe, Nägel, Hitze und Rutschgefahr auf. Eine Seite pro Kolonne reicht.
Wähle daraus eine Zeile der Klassentabelle. Lass zwei freigegebene Modelle anprobieren. Lege Ausgabe und Unterweisung am Auftrag ab. Nach einer Woche fragst Du nach Druckstellen, Rutschen, nassen Füßen und Wärme. Was nicht passt, tauschst Du. Was passt, schreibst Du als Freigabe für diesen Baustellentyp fest.
Liegen Untergrundfotos, Schuhfreigabe und Rückmeldungen noch in Chats und auf Zetteln, bündelst Du sie am Projekt. Zusammen mit Zeiten und Einsatzplanung sieht Dein Büro dann, welcher Schuh auf welcher Baustelle gilt. Deine nächste Kolonne muss nicht raten, sie liest es nach.
Häufige Fragen aus dem Betrieb
Darf mein Monteur orthopädische Einlagen im Sicherheitsschuh tragen? Nur, wenn Einlage und geprüfter Schuh zusammenpassen. Frag im Zweifel Hersteller oder Betriebsarzt. Eine beliebige Einlage aus dem Privatschuh kann die Schutzfunktion verändern.
Braucht jeder ein zweites Paar? Eine gesetzliche Stückzahl gibt es nicht. Ein zweites Paar ist sinnvoll, wenn Nass- und Trockenarbeit wechseln oder ein Schuh über Nacht nicht trocknet. Entscheide das aus Einsatz und Rückmeldung der Kolonne.
Kann der Monteur eigene Schuhe mitbringen? Eigene Schuhe ersetzen Deine kostenlose Bereitstellung nicht, sobald die Beurteilung Fußschutz verlangt. Du bleibst für Auswahl, Ausgabe und Nachweis verantwortlich, auch wenn jemand sein Modell lieber mag.
Halte Gefährdungsbeurteilung, Schuhfreigabe, Ausgabe und Unterweisung direkt am Projekt fest, statt sie in Chats und Ordnern zu suchen. Mit Craftivo bündelst Du Baustellendokumentation, Zeiten und Einsatzplanung an einem Ort und siehst je Kolonne, was freigegeben ist. Teste es 14 Tage kostenlos und lege Deine nächste Baustelle gleich mit der passenden Schuhfreigabe an.
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