Digitale Stundenzettel Handwerk einführen

Freitag, 16 Uhr. Die Malerkolonne kommt vom Mehrfamilienhaus zurück, der Stundenzettel liegt zerknittert im Transporter. Darauf steht nur 8 Stunden und 30 Minuten Pause, ohne Uhrzeiten, ohne klaren Auftrag. Im Büro weiß niemand sicher, welche Zeit auf die Rechnung darf und welche nur zum Lohn gehört.
Genau da setzen digitale Stundenzettel im Handwerk an. Du brauchst kein großes System und keine Standortüberwachung. Du brauchst einen vollständigen Tag mit Start, Ende, Pause und Auftrag, den eine Person prüft und freigibt.
Inhaltsverzeichnis
- Pflichtfelder und was das Gesetz weglässt
- Software wählen ohne eigene IT
- So führst Du die Erfassung in vier Schritten ein
- Von der Baustelle in Rechnung und Plantafel
- Fehler, an denen die Einführung hängen bleibt
- Diese Woche mit einer Kolonne starten
Pflichtfelder und was das Gesetz weglässt
Am Mehrfamilienhaus Lindenstraße 12 hat Deine Malerkolonne am Freitag nur 8 Stunden und 30 Minuten Pause notiert. Damit lässt sich der Arbeitstag nicht vollständig nachvollziehen: Der Beginn fehlt, das Ende auch. Die Tabelle zeigt, welche Angaben den Arbeitszeitnachweis ausmachen, welche Dein Betrieb für Abrechnung und Nachkalkulation ergänzt und welche Du nicht standardmäßig erheben musst.
Was auf den digitalen Stundenzettel gehört
| Angabe | Pflicht | Beispiel | Wozu |
|---|---|---|---|
| Beginn und Ende | Ja | 7:00 bis 15:30 Uhr | Tatsächliche Arbeitszeit nachvollziehen |
| Pause | Nicht als Pflichtfeld der Arbeitszeiterfassung vorgegeben | 12:00 bis 12:30 Uhr | Arbeitszeit mit Uhrzeit nachvollziehen |
| Auftrag oder Projekt | Für die Abrechnung festlegen | MFH Lindenstraße 12, Malerarbeiten | Zeit dem richtigen Objekt zuordnen |
| Tätigkeit | Empfohlen | Grundierung, Lackieren | Nachkalkulation und Nachtrag |
| Fahrzeit | Betrieb legt es fest | 6:40 bis 7:00 Uhr, wenn Wegezeit als Arbeitszeit geregelt ist | Arbeitszeit und Wegezeit trennen |
| Standort per GPS | Nein | Nicht als Standard | Datenminimierung |
| Korrektur | Bei Änderung nachvollziehbar halten | Falscher Auftrag, Änderung durch Bauleitung | Erkennen, wer wann welchen Wert geändert hat |
Warum nur die Stundenzahl nicht genügt
Seit dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 musst Du die gesamte Arbeitszeit erfassen. Grundlage ist § 3 Abs. 2 Nr. 1 Arbeitsschutzgesetz, wie die Fragen und Antworten des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur Arbeitszeiterfassung erläutern. Der Eintrag muss erkennen lassen, wann die Arbeit begonnen und beendet wurde. Pausen notierst Du am besten ebenfalls mit Uhrzeit, weil sich so die tatsächliche Arbeitszeit nachvollziehen lässt.
Das gilt auf der Baustelle genauso wie im Büro. Wechselnde Einsatzorte ändern nichts daran, dass die tatsächlich geleistete Zeit festgehalten werden muss. Ein leeres Formular, das Beschäftigte theoretisch ausfüllen könnten, reicht als Nachweis nicht.
§ 16 Arbeitszeitgesetz verlangt die Aufzeichnung von Arbeitszeiten, die über acht Stunden werktäglich hinausgehen, sowie der gesamten Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen. Als allgemeine Lösung genügt diese eingeschränkte Dokumentation nach der BAG-Entscheidung nicht, wie die Zusammenfassung der Caritas Dienstgeber zum BMAS FAQ darstellt.
Für Deine Malerkolonne heißt das konkret: Der ganze Arbeitstag wird erfasst, nicht erst die Zeit ab der neunten Stunde. Beginn 7:00 Uhr, Pause 12:00 bis 12:30 Uhr, Ende 15:30 Uhr, dazu das Projekt mit Objektadresse. Die Angabe „8 Stunden“ und „30 Minuten Pause“ ohne Beginn und Ende lässt offen, wann gearbeitet wurde.
Ein belastbarer Eintrag beantwortet vier Fragen ohne Rückfrage: Wer war da, von wann bis wann, mit welcher Pause, auf welchem Auftrag?
Was das Gesetz bewusst offen lässt
Das Gesetz schreibt kein bestimmtes Medium vor. Papier ist grundsätzlich möglich, eine App nicht vorgeschrieben. Digital kannst Du Pflichtfelder festlegen, offene Tage erkennen und freigegebene Zeiten weiterverwenden, ohne sie erneut abzutippen.
Auch GPS-Standortdaten gehören nicht zu den Pflichtangaben der Arbeitszeiterfassung. Lass sie standardmäßig aus. Wenn ein Monteur die Navigation zum Objekt nutzen möchte, ist das eine freiwillige Hilfe und keine Bedingung für einen gültigen Zeiteintrag. So erfasst Du die nötigen Arbeitszeiten, ohne für jeden Eintrag den Standort zu speichern.
Bei der Fahrzeit zählt Deine Betriebsregel, nicht ein GPS-Punkt. Die Anfahrt von 6:40 bis 7:00 Uhr wird nur dann als Arbeitszeit gebucht, wenn Dein Betrieb Wegezeit so geregelt hat. Schreib die Regel klar auf. Sonst kann jede Kolonne die Anfahrt anders erfassen und das Büro muss die Buchungen später klären.
Die Speicherfrist solltest Du nicht pauschal selbst festlegen. Kläre sie mit Deinem Steuerberater anhand der GoBD, den Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung elektronischer Bücher und Belege. Halte außerdem fest, wie Einträge korrigiert werden. Änderungen müssen nachvollziehbar bleiben und dürfen nicht spurlos überschrieben werden.
Wer bucht, wer prüft, wer rechnet ab
Als Arbeitgeber bleibst Du verantwortlich, auch wenn Beschäftigte die Arbeitszeit selbst aufzeichnen. Für den Betrieb kann die Zuständigkeit einfach sein: Monteur bucht, Bauleiter gibt frei, Büro rechnet ab.
- Monteur auf der Baustelle: Erfasst Beginn und Ende, notiert die Pause und wählt den Auftrag mit Objektadresse.
- Bau- oder Projektleitung: Prüft offene Tage und unplausible Zeiten, dann gibt sie den Tag frei.
- Büro: Übernimmt freigegebene Zeiten in Lohn, Rechnung und Nachkalkulation.
- Rollen im System: Die Beschäftigten sehen ihre Projekte, die Lohnauswertung der ganzen Firma bleibt beim Büro.
Wählt der Monteur den falschen Auftrag, wird die Buchung offen korrigiert. Der Bauleiter hält alten und neuen Wert fest, ebenso Name und Uhrzeit der Änderung. Das gleiche Vorgehen gilt, wenn eine Pause nachgetragen wird.
Stell in App und Browser Beginn, Ende, Pause und Auftrag als Felder ein, die bei der täglichen Erfassung ausgefüllt werden. Beginn und Ende sind für den Arbeitszeitnachweis nötig. Pause und Auftrag helfen, den Tag für Arbeitszeit, Lohn und Abrechnung nachvollziehbar zuzuordnen. Als Ausgangspunkt kannst Du die Stundenzettel Vorlage nutzen und an Deine Gewerke anpassen.
Für den Start reicht ein klarer, datensparsamer Nachweis: Beginn, Ende, Pause und Auftrag, ohne GPS-Pflicht. Wenn Du später eine Software auswählst, prüfe daran, ob Deine Leute den Arbeitstag vollständig eintragen und Änderungen nachvollziehbar bleiben.
Software wählen ohne eigene IT
Du brauchst keine IT-Abteilung, um ein System zu prüfen. Nimm einen echten Auftrag aus dieser Woche und spiele ihn komplett durch. Vom ersten Tippen auf der Baustelle bis zur Position auf der Rechnung.
Die Tabelle gibt Dir dafür neun Prüfpunkte. Links steht das Minimum, rechts die Stufe, die Dir im Alltag Arbeit abnimmt. Wenn ein Anbieter schon am Minimum scheitert, brauchst Du keine lange Präsentation.
Woran Du die Zeiterfassung prüfst
| Kriterium | Minimum | Besser im Alltag |
|---|---|---|
| Netz auf der Baustelle | Eintrag bleibt ohne Empfang erhalten | Sync, sobald das Netz wieder da ist |
| Pflichtfelder | Start, Ende, Pause, Auftrag | Tätigkeit und Nachtrag zusätzlich |
| Freigabe | Offene Tage sind sichtbar | Freigabe durch Bauleitung am selben Tag |
| Korrektur | Änderung ist markiert | Alter Wert, neuer Wert, Name und Uhrzeit |
| App und Browser | Gleicher Auftrag an beiden Stellen | Monteur und Büro sehen denselben Stand |
| Abrechnung | Export der Stunden | Freigegebene Zeit wird zur Rechnungsposition |
| Plantafel | Einsatz und Ist-Zeit am selben Auftrag | Geplant gegen erfasst in einer Ansicht |
| Datenschutz | GPS ist abschaltbar | Kein Standort als Bedingung für einen gültigen Eintrag |
| Test | Preis pro Monat ist lesbar | 14 Tage testen, ohne Kreditkarte |
Sieben Punkte an einem echten Auftrag testen
Teste zuerst den Offline-Puffer. Dein Monteur bucht im Keller oder im Neubau ohne Netz, der Eintrag bleibt auf dem Gerät liegen. Sobald wieder Empfang da ist, synchronisiert er sich, ohne dass jemand im Büro nachfragen muss.
Prüfe danach die Pflichtfelder. Start, Ende, Pause und Auftrag lassen sich nicht überspringen. Tätigkeit und Nachtrag sind die bessere Stufe, weil Du später siehst, ob Grundierung, Lackieren oder eine Zusatzleistung die Stunden gefressen hat.
Dann kommt die Freigabe. Die Bauleitung sieht offene Tage auf einen Blick und gibt sie frei. Bei einer Korrektur stehen alter Wert, neuer Wert, Name und Uhrzeit im Protokoll, nicht nur ein still überschriebener Eintrag.
- Ein Arbeitsstand: App und Browser nutzen dieselbe Projektliste, Monteur und Büro öffnen denselben Auftrag.
- Weg in die Rechnung: Freigegebene Zeit wird zur Rechnungsposition, sonst tippst Du jede Stunde ein zweites Mal ab.
- Plantafel: Einsatz und Ist-Zeit hängen am selben Auftrag, geplant gegen erfasst wird sofort sichtbar.
- Rollen und GPS: Der Monteur sieht nicht die Lohnauswertung der Firma, GPS lässt sich abschalten und ist nie Bedingung für einen gültigen Eintrag.
Der Monatspreis muss ohne Verkaufsgespräch lesbar sein. Ein Test ohne Kreditkarte senkt Deine Hürde, mit einer Kolonne einfach anzufangen. Alles andere entscheidet der Alltag auf der Baustelle, nicht die Folie.
craftivo ist ein Beispiel für einen solchen Arbeitsstand, in dem Zeiterfassung, Plantafel, Angebote und Rechnungen am selben Auftrag liegen. Schau Dir dazu die Funktionen im Überblick und die Preise an. Derselbe Ablauf passt für Maler, SHK, Elektro und Dachdecker.
Nimm das System, in dem Dein Auftrag schon in der Plantafel steht. Dann muss die Kolonne keinen zweiten Ort pflegen. Und Dein Büro übernimmt Zeiten, statt sie zu jagen.
So führst Du die Erfassung in vier Schritten ein

Fang mit einer Kolonne an, nicht mit dem ganzen Betrieb. So kannst Du den Ablauf prüfen, bevor Du ihn auf weitere Teams ausweitest. Die Infografik zeigt die Einführung der Zeiterfassung im Handwerk in vier Schritten.
Das Bundesarbeitsgericht in seiner Entscheidung 1 ABR 22/21 verlangt ein objektives, verlässliches und zugängliches System. Erfasst werden insbesondere Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit. Für Deinen Ablauf heißt das: Zeiten müssen sich nachvollziehbar vom Eintrag bis zur Prüfung und Ablage durchziehen. Papier ist nicht generell ausgeschlossen, bei mobilen Teams macht es die Zuordnung zu Auftrag und Tätigkeit jedoch schwerer.
Schritt 1: Codes und Projekte vorbereiten
Lege vor dem Start 2 bis 4 Tätigkeitscodes fest. Fahrt, Arbeit, Pause und Regie decken viele wiederkehrende Fälle ab. Zu viele Auswahlmöglichkeiten bremsen die Buchung auf der Baustelle.
Richte auch die laufenden Projekte ein und benenne sie eindeutig. „MFH Lindenstraße 12, Malerarbeiten Treppenhaus“ lässt sich leichter finden als „Baustelle Müller“. Wenn ein Auftrag in der Liste fehlt, landet die Zeit schnell unter „Allgemein“ und muss später von Hand zugeordnet werden.
Schritt 2: Auf der Baustelle erfassen
Buche Beginn und Ende direkt am Einsatzort und ordne die Zeit dem Auftrag und einer Tätigkeit zu. Halte die Regel knapp: Start bei Arbeitsbeginn, Pause mit Uhrzeit, Ende beim Verlassen der Baustelle. Wechselt die Kolonne mittags den Auftrag, wird der erste Eintrag beendet und für den nächsten Auftrag ein neuer gestartet.
Auch der Empfang gehört zur Einführung: Kläre vorher, wie die Kolonne bei fehlender Verbindung buchen soll und ob die ausgewählte Lösung einen Offline-Puffer bietet. Prüfe das im Betrieb, statt eine Synchronisation vorauszusetzen. Drei kurze Einträge sind meist leichter zuzuordnen als eine Sammelbuchung aus dem Gedächtnis am Feierabend.
Schritt 3: Prüfen und freigeben
Vereinbare einen festen Prüfrhythmus, zum Beispiel täglich oder zu Beginn der folgenden Woche. Vergleiche die Einträge mit Einsatz und Auftrag. Achte auf fehlende Zeiten, Doppelbuchungen und Enden, die nicht zum tatsächlichen Arbeitstag passen. Eine Software kann dabei helfen, wenn sie solche Prüfungen tatsächlich unterstützt. Andernfalls braucht es einen klaren manuellen Ablauf.
Leg außerdem fest, wie vergessene oder korrigierte Buchungen behandelt werden: Wer darf nachtragen, wer prüft, und wie wird eine Änderung dokumentiert? Ob ein System Änderungen und Freigaben nachvollziehbar protokolliert, solltest Du vor der Auswahl klären.
Faustregel für die Prüfung: Ein kurzer, regelmäßiger Blick auf die Einträge ist einfacher als langes Suchen am Monatsende.
Schritt 4: Zeiten für Abrechnung und Ablage nutzen
Nutze geprüfte und freigegebene Zeiten für Abrechnung, Nachkalkulation und Ablage. Entwürfe solltest Du vorher kontrollieren, damit falsche Aufträge oder doppelte Einträge nicht ungeprüft weitergegeben werden. Welche Freigabe- und Exportmöglichkeiten vorhanden sind, hängt vom gewählten System ab.
Craftivo bündelt digitale Zeiterfassung mit Projektverwaltung und weiteren Abläufen. Die Lösung ist per App und im Browser nutzbar; Büro und Baustelle greifen so auf denselben Projektarbeitsstand zu. Prüfe im eigenen Ablauf, welche Schritte damit zusammenliegen und wo weiterhin eine manuelle Kontrolle nötig ist.
Zwei Wochen Pilot mit einer Kolonne
Führe den Ablauf zwei Wochen mit einer Kolonne durch. Lege dafür interne Orientierungswerte fest, zum Beispiel 95 Prozent vollständig erfasste geplante Arbeitstage, weniger als 5 Prozent Korrekturen und eine Freigabe innerhalb von 24 Stunden. Das sind Steuerwerte für Deinen Pilot, keine Branchenwerte.
Prüfe am Ende Erfassungsquote, Korrekturen und Zeit bis zur Freigabe. Wenn es hakt, ändere zuerst einen konkreten Punkt, etwa die Tätigkeitscodes oder die Projektliste. Erst wenn der Ablauf für die Kolonne funktioniert, nimmst Du das nächste Team dazu.
Von der Baustelle in Rechnung und Plantafel
Zwei Monteure arbeiten morgens am Schulumbau und fahren nachmittags zu einem Privatkunden. Damit Du später prüfen kannst, was geplant war und was tatsächlich anfiel, muss die Zeit am richtigen Auftrag landen. Eine App, die nur Start und Ende festhält, reicht dafür nicht.
Laut der Presseinformation der Handwerkskammer Potsdam nutzten 2025 nur 32 Prozent der Betriebe digitale Tools für die Arbeitszeiterfassung. Als Hürden nennt die Mitteilung fehlende Zeit, Kosten und Unsicherheit im Umgang mit digitalen Technologien. Wähle deshalb nicht nur nach der Stoppuhr: Entscheidend ist, ob Zeiten, Auftrag und Freigabe im Büro zusammenlaufen.
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Ein Tag, zwei Monteure, zwei Aufträge
In der Plantafel siehst Du, wer für welchen Einsatz eingeplant ist. Jeder Monteur bucht seine Zeit selbst auf den passenden Auftrag. Tätigkeiten wie Montage, Fahrt und Wartezeit bleiben getrennte Einträge, statt in einem einzigen Acht-Stunden-Block zu verschwinden. So lässt sich später nachvollziehen, wie sich die Arbeitszeit zusammensetzt.
Prüfe bei der Softwareauswahl, ob Buchungen auch ohne Netz gespeichert und nach der Rückkehr zuverlässig synchronisiert werden. Ohne belegte Offline-Fähigkeit solltest Du diesen Ablauf nicht voraussetzen. Ein Nachtrag, etwa eine zusätzliche Steckdose im Klassenraum, lässt sich mit Foto und Stunde am Auftrag dokumentieren, statt ihn nur in einer Nachricht festzuhalten.
Lohnzeit und Kundenzeit sind zwei Spalten
Ein Monteur war 8 Stunden anwesend, davon 6,5 Stunden am Leistungsverzeichnis und 1,5 Stunden mit Fahrt und Warten. Für den Lohn zählt seine Arbeitszeit nach Deiner Betriebsregel. Dem Kunden stellst Du nur die Leistungen in Rechnung, die der Vertrag abdeckt.
Die freigegebene Montagezeit kann als Position auf der Rechnung übernommen werden. Fahrtkosten kommen nicht automatisch hinzu, wenn der Vertrag die Anfahrt pauschal regelt. Ein Rechnungsprogramm für Angebote und Rechnungen kann Zeiten und Abrechnung im selben Arbeitsstand zusammenführen.
Die Differenz zwischen Anwesenheit und abrechenbarer Zeit ist Teil Deiner Nachkalkulation. Fallen beim Schulumbau wiederholt Wartezeiten auf Material an, kannst Du sie bei der nächsten Angebotskalkulation berücksichtigen.
Der Schulauftrag braucht eine Leitweg-ID
Bei einer Rechnung an eine Behörde kann zusätzlich eine Leitweg-ID nötig sein. Sie dient als elektronische Adresse für den Rechnungseingang. Laut FAQ des Bundesfinanzministeriums zur E-Rechnung ist sie im B2B-Bereich grundsätzlich nicht erforderlich, wird bei E-Rechnungen an Behörden im B2G-Bereich jedoch benötigt.
Für die kommunale Schule verwendest Du die Leitweg-ID der empfangenden Behörde. Für den privaten Hausverwalter lässt Du sie weg. In beiden Fällen müssen die Zeiten dem richtigen Projekt zugeordnet und freigegeben sein, bevor sie in die Rechnung einfließen.
Behalte zum Schluss zwei Werte im Blick: die Zeit bis zur Rechnungsfreigabe und die Abweichung zwischen geplanter und erfasster Arbeitszeit. Sie zeigen, ob Deine Plantafel, Baustellenerfassung und Abrechnung im Alltag zusammenpassen.
Fehler, an denen die Einführung hängen bleibt
Die App ist selten der Grund, wenn eine Kolonne nach zwei Wochen aussteigt. Meist hakt der Prozess drumherum. Geh die folgenden Fälle wie eine Diagnose durch und behebe einen nach dem anderen.
Der Hintergrund ist in vielen Betrieben noch Papier. Eine Branchenumfrage berichtet laut Handwerksblatt zur HERO-Studie, dass 30 Prozent der Betriebe die Buchhaltung und 42 Prozent die Baustellendokumentation noch papierbasiert führen. Als Digitalisierungshemmnisse werden fehlende Zeit, Kosten und fehlende Digitalkompetenz genannt. Starte den Stundenzettel deshalb nicht als isoliertes Extra neben der Zettelwirtschaft, sondern klein und am echten Auftrag.

Diagnose in sieben Fällen
- Zu viele Tätigkeitscodes in Woche eins: Niemand tippt sich durch vierzehn Tätigkeiten, die Auswahl bleibt leer. Gegenmittel: Starte mit zwei bis vier Codes und erweitere erst, wenn die Kolonne sicher bucht.
- Kein Auftrag bereit: Drei Chats und ein loser Zettel laufen parallel, die Zeiten landen auf „Allgemein“. Gegenmittel: Lege jedes Projekt mit Objektadresse an, bevor die Kolonne losfährt, und bündle Rückfragen am Auftrag, wie es gute Baustellenkommunikation vorsieht.
- Kein Offline-Puffer im Rohbau: Ohne Netz kommt der Papierzettel zurück und bleibt. Gegenmittel: Teste die Buchung im Keller, bevor Du unterschreibst.
- Niemand gibt frei: Das Büro jagt am Monatsende die offenen Tage und rechnet zu spät ab. Gegenmittel: Eine Person prüft jeden Abend die offenen Tage, zehn Minuten genügen.
- Standort als Pflicht: Die Kolonne fühlt sich überwacht und lässt Einträge weg. Gegenmittel: GPS abschaltbar lassen und nie zur Bedingung für einen gültigen Eintrag machen.
- Lohnzeit und Kundenzeit in einem Feld: Acht Stunden Anwesenheit werden zu acht abrechenbaren Stunden, die Rechnung wird zu hoch oder die Nachkalkulation lügt. Gegenmittel: Fahrt, Wartezeit und Montage getrennt buchen und erst bei der Freigabe entscheiden, was auf die Rechnung darf.
- Papier läuft parallel weiter: Solange der Zettel im Auto liegt, gewinnt der Zettel. Gegenmittel: Ab dem Pilotstart gilt nur noch die digitale Buchung, der Papierblock bleibt im Büro.
Wenn die Kolonne aussteigt, prüfe zuerst Codes, Projektliste und Freigabe. Die App steht auf dieser Liste an letzter Stelle.
Nimm fehlende Zeit, Kosten und Unsicherheit Deiner Leute ernst. Halte den Start auf eine Kolonne klein und zeige am ersten echten Auftrag, dass die Buchung schneller geht als der Zettel. Erst wenn diese Punkte sitzen, kommt die nächste Kolonne dazu.
Diese Woche mit einer Kolonne starten
Der digitale Stundenzettel ist kein Überwachungsinstrument und keine Stoppuhr. Er ist ein vollständiger Tag mit Beginn, Ende, Pause und Auftrag, den eine Person freigibt, bevor eine Stunde auf die Rechnung darf. Mehr brauchst Du für den Anfang nicht.
Dein Handgriff für diese Woche ist klein. Nimm ein laufendes Projekt mit Adresse, lege vier Tätigkeitscodes fest und lass eine Kolonne zwei Wochen darauf buchen. Prüfe abends die offenen Tage, dann hast Du nach vierzehn Tagen echte Zahlen statt Meinungen.
Vier kurze Antworten auf Rückfragen
Wer erfasst die Zeit, Du oder die Kolonne? Du bleibst verantwortlich und darfst die Buchung an die Leute auf der Baustelle delegieren. Der Monteur bucht, Du oder die Bauleitung gibt frei.
Was gilt sonntags und an Feiertagen? Du erfasst die gesamte Arbeitszeit, nicht erst die Stunde über acht. Auch ein kurzer Notdiensteinsatz am Sonntag steht mit Beginn, Pause und Ende im Eintrag.
Wie lange bleiben die Daten gespeichert? Die Frist klärst Du mit Deinem Steuerberater entlang der GoBD-Belegfristen, nicht aus dem Bauch. Wichtig ist, dass Einträge und Korrekturen über die ganze Frist nachvollziehbar bleiben.
Was passiert bei einer vergessenen Buchung? Der Monteur trägt sie am nächsten Morgen nach, Du gibst sie frei. Alter und neuer Wert bleiben im Protokoll sichtbar, statt still überschrieben zu werden.
Wenn Zeiten, Plantafel und Rechnung am selben Auftrag hängen, entfällt das zweite Abtippen im Büro. Die App läuft bei der Kolonne auf der Baustelle, der Browser bei Dir im Büro, beide auf demselben Stand. Weniger Büro. Mehr Überblick. Mehr Baustelle.
Starte mit einer Kolonne und einem Projekt, das ohnehin läuft. Du kannst craftivo 14 Tage kostenlos testen.
Mit Craftivo erfasst Deine Kolonne Beginn, Pause und Ende direkt auf der Baustelle, ordnet die Zeit dem Auftrag zu und Du gibst sie im Browser frei, bevor sie in Rechnung und Nachkalkulation landet. Plantafel, Angebote und Rechnungen liegen dabei am selben Projekt, statt in drei getrennten Listen. Teste den Ablauf mit einer Kolonne an einem laufenden Auftrag und schau nach zwei Wochen auf Erfassungsquote und Freigabezeit.
Weniger Büro. Mehr Überblick. Mehr Baustelle.
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