Die beste Software für Bau: Dein Guide 2026

Montagmorgen, 6:40 Uhr. Das Telefon klingelt schon, bevor der Kaffee durch ist. Ein Kunde fragt nach dem Stand vom Angebot fürs Mehrfamilienhaus, ein Monteur sucht die letzte Planversion, und im Büro liegt noch ein Stapel Stundenzettel vom Freitag. Genau in dem Moment merkst Du, ob Dein Betrieb läuft oder ob Du nur noch hinterherläumst.
Viele Handwerksbetriebe arbeiten noch mit Zetteln, Excel und WhatsApp. Das geht eine Zeit lang gut. Dann kommen mehr Baustellen, mehr Rückfragen und neue Pflichten dazu. Spätestens dann wird Software für Bau nicht zur Spielerei, sondern zum Werkzeug.
Inhaltsverzeichnis
- Warum Zettelwirtschaft und Excel dich Zeit und Geld kosten
- Die wichtigsten Arten von Software für dein Handwerk
- Unverzichtbare Funktionen die deinen Alltag erleichtern
- Die richtige Bausoftware für deinen Betrieb auswählen
- Dein Weg zum digitalen Büro in 3 einfachen Schritten
- Häufige Fragen zu Software für das Handwerk
Warum Zettelwirtschaft und Excel dich Zeit und Geld kosten
Der typische Tag im Bürochaos
Du kennst das wahrscheinlich. Das Angebot liegt als Excel-Datei auf dem Bürorechner. Die letzte Materialliste hat der Bauleiter per Foto geschickt. Die Stunden der Kolonne stehen halb auf Papier, halb in einer Handy-Notiz. Und wenn der Kunde fragt, warum eine Position in der Rechnung fehlt, beginnt die Sucherei.
Genau da geht Geld verloren. Nicht nur, weil Arbeit doppelt erfasst wird. Sondern weil Informationen an drei Orten liegen und niemand sicher weiß, was gerade der aktuelle Stand ist.
Ein einfaches Beispiel aus dem Alltag eines SHK-Betriebs: Für eine Sanierung im Mehrfamilienhaus wird ein Nachtrag fällig, weil im Bad doch noch Leitungen versetzt werden müssen. Der Monteur macht Fotos. Die landen im privaten Chat. Das Aufmaß steht auf einem zerknitterten Zettel im Transporter. Im Büro wird die Rechnung später nach Erinnerung ergänzt. So entstehen Diskussionen, obwohl die Arbeit längst erledigt ist.
Praxisregel: Wenn ein Auftrag nur mit Rückfragen, Telefonaten und Zettel-Suchen abrechenbar ist, ist nicht der Auftrag das Problem, sondern der Prozess.
Dazu kommt die schlichte Zeitfalle Bürokratie. Handwerksbetriebe in Deutschland verbringen durchschnittlich etwa 32 Stunden pro Monat mit bürokratischen Aufgaben, laut Bericht zur Bürokratiebelastung im Handwerk. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist Zeit, in der Du keine Baustelle planst, kein Angebot rausschickst und keinen Kunden anrufst.
Warum der alte Weg heute nicht mehr reicht
Früher konnte man vieles mit Erfahrung und Ordnung im Kopf auffangen. Heute wird das schwieriger. Projekte sind enger getaktet, Dokumentation wird wichtiger, und Büro und Baustelle müssen denselben Stand sehen.
Seit dem 1. Januar 2025 gilt außerdem in Deutschland die gesetzliche E-Rechnungspflicht für Handwerksbetriebe. Rechnungen müssen in einem strukturierten digitalen Format wie ZUGFeRD oder XRechnung nach EU-Norm 16931 erstellt, empfangen und automatisch verarbeitet werden, wie die Übersicht zur E-Rechnung im Handwerk beschreibt. Für viele Betriebe ist das der Moment, an dem Excel endgültig an seine Grenze kommt.
Kurz erklärt: ZUGFeRD und XRechnung sind keine hübschen PDF-Vorlagen, sondern strukturierte Rechnungsformate, die Programme lesen und verarbeiten können. Und eine Leitweg-ID ist bei öffentlichen Auftraggebern die Adresse, an die die E-Rechnung digital zugestellt wird.
Der Markt entwickelt sich in dieselbe Richtung. Der DACH-Sektor für Bausoftware wächst, große Anbieter prägen den Markt, und die Anforderungen an cloudbasierte Zusammenarbeit nehmen zu. Dazu kommt in Deutschland eine breite Softwarelandschaft mit 39.983 Softwareunternehmen (Stand 29.06.2026), wie die Marktübersicht zu Bausoftware im DACH-Raum einordnet. Für Dich heißt das nicht, dass Du irgendein schickes System brauchst. Es heißt nur: Gute Werkzeuge sind da. Man muss sie nutzen.
Wenn Du bei Dokumentation und Nachweisen gerade den größten Schmerz hast, hilft oft schon ein sauberer Einstieg über eine App für Baustellendokumentation im Handwerk.
| Typischer Altprozess | Was dabei schiefläuft |
|---|---|
| Stundenzettel auf Papier | Stunden kommen zu spät oder unvollständig ins Büro |
| Angebot in Excel | Versionen fliegen herum, Kalkulation ist fehleranfällig |
| Fotos in privaten Chats | Nachweise sind später kaum auffindbar |
| Rechnung aus Word oder PDF | E-Rechnung und sauberer Status werden schwierig |
Die wichtigsten Arten von Software für dein Handwerk
Nicht jede Software für Bau löst dasselbe Problem. Viele Betriebe schauen auf Funktionen und übersehen dabei die eigentliche Frage: Wo verliere ich jeden Tag am meisten Zeit oder Geld? Danach solltest Du auswählen.

Angebote und Rechnungen
Hier geht es um die kaufmännische Basis. Also Angebote schreiben, Positionen kalkulieren, Abschläge abrechnen, Schlussrechnungen erstellen und den Zahlungsstatus im Blick behalten.
Für einen Malerbetrieb sieht das ganz praktisch so aus: Du legst den Kunden an, hinterlegst die Objektadresse, ziehst Positionen wie Abkleben, Spachteln, Grundieren und zweifacher Anstrich ins Angebot und übernimmst die Daten später in die Rechnung. Wenn das ordentlich gemacht ist, musst Du nicht alles zweimal tippen.
Wichtig ist dabei nicht nur die schöne Vorlage. Entscheidend sind Dinge wie:
- Vorlagen und Textbausteine helfen, wiederkehrende Leistungen sauber und einheitlich zu schreiben.
- Kalkulationssätze sorgen dafür, dass Lohn, Material und Zuschläge nicht jedes Mal neu geraten werden.
- Nummernkreise halten Angebote und Rechnungen sauber getrennt. Das ist wichtig für Ordnung und Prüfung.
Projektplanung und Verwaltung
Das ist der Teil, den viele zu spät ernst nehmen. Sobald mehrere Baustellen gleichzeitig laufen, brauchst Du einen festen Ort für alles, was zum Auftrag gehört.
Dazu zählen zum Beispiel:
- Kundendaten und Objektadresse an einer Stelle.
- Planstände und Dateien ohne ewige Suche in Ordnern.
- Aufgaben und offene Punkte für Büro, Bauleiter und Kolonne.
- Projektkommunikation direkt am Auftrag statt verstreut im Messenger.
Ein Dachdeckerbetrieb merkt das schnell. Wenn die Auftragsbestätigung da ist, müssen Material, Termin, Gerüst, Wetterfenster und Mitarbeiter zusammenpassen. Wenn diese Infos in Mails, Gruppen-Chats und Papierkalendern hängen, entstehen Rückfragen ohne Ende.
Gute Projektsoftware ist nicht die mit den meisten Menüs. Es ist die, bei der jeder im Betrieb in wenigen Sekunden den aktuellen Stand vom Auftrag findet.
Zeiterfassung
Hier scheitern viele Betriebe an der Praxis. Im Büro wirkt ein System gut. Auf der Baustelle will aber niemand fünf Masken ausfüllen.
Deshalb muss Zeiterfassung einfach sein. Kolonne auswählen, Projekt anklicken, Arbeitszeit starten oder eintragen, fertig. Im besten Fall gleich mit Zuordnung zur Objektadresse oder zur konkreten Leistung.
Ein typischer Fall aus dem Elektro-Handwerk: Zwei Monteure fahren morgens zu einem Umbau, einer wechselt mittags auf eine Störung. Wenn diese Stunden erst Freitag aus dem Kopf rekonstruiert werden, stimmt weder die Abrechnung noch die Nachkalkulation.
Baustellendokumentation und Unterlagen
Fotos, Notizen, Rapporte, Aufmaße, Lieferscheine. Das ist keine Nebensache. Das ist oft der Unterschied zwischen durchsetzbarem Nachtrag und Diskussion.
Besonders hilfreich ist das bei Arbeiten, die später nicht mehr sichtbar sind. SHK, Elektro und GaLaBau kennen das. Wenn die Leitung liegt oder die Fläche wieder geschlossen ist, zählt nur noch Dein Nachweis.
Wer im Aufmaß arbeitet, sollte sich außerdem anschauen, wie eine App fürs Aufmaß im Handwerk den Übergang von Baustelle zu Angebot vereinfacht.
Ein Programm oder fünf Einzellösungen
Viele starten mit Einzeltools. Ein Programm für Rechnungen, eins für Zeiten, dazu Kalender, Cloud-Ordner und Messenger. Das wirkt erstmal günstig. In der Praxis entstehen aber Medienbrüche.
Dann wird aus einer einfachen Aufgabe plötzlich Handarbeit:
- Angebot im einen System anlegen.
- Projektdaten manuell übertragen.
- Zeiten aus einer anderen App exportieren.
- Fotos im Ordner suchen.
- Rechnung am Ende aus mehreren Quellen zusammensetzen.
Ein zentrales System ist oft sinnvoller, weil es den Arbeitsstand bündelt. Gerade im Handwerk bringt das Ruhe rein. Büro und Baustelle arbeiten dann nicht gegeneinander, sondern auf derselben Grundlage.
Unverzichtbare Funktionen die deinen Alltag erleichtern
Montag, 6:45 Uhr. Das Büro fragt, ob der Monteur erst zu Baustelle A oder direkt zur Störung fährt. Der Kunde will wissen, ob das Material schon bestellt ist. Auf dem Handy liegen Fotos vom letzten Termin, aber keiner findet sie schnell. Genau in solchen Momenten merkst Du, ob eine Software im Betrieb hilft oder nur auf der Demo gut aussieht.

Im Alltag brauchst Du keine endlose Funktionsliste. Du brauchst ein paar Dinge, die täglich Arbeit sparen, Fehler vermeiden und Rückfragen abkürzen.
GAEB Import und schnelle Angebotserstellung
Wer mit Leistungsverzeichnissen arbeitet, sollte GAEB nicht als Extra sehen, sondern als normale Arbeitsgrundlage. GAEB ist das Format, über das Leistungsverzeichnisse im Bau sauber ausgetauscht werden. Ohne diese Funktion landet die Arbeit wieder beim Abtippen, Kopieren und Nachbessern.
Gerade bei öffentlichen Ausschreibungen, Generalunternehmern oder Planerprojekten kostet fehlender GAEB-Import schnell einen halben Tag. Nicht wegen der Kalkulation selbst, sondern wegen der Vorarbeit. Positionen prüfen, Mengen übernehmen, Einheiten kontrollieren, Struktur nachbauen. Das frisst Zeit, bevor das eigentliche Angebot überhaupt anfängt.
Hilfreich ist auch, wenn die Software PDF-Leistungsverzeichnisse vernünftig verarbeitet und Vorschläge für Positionen, Mengen oder Zuordnungen macht. Das ersetzt keine fachliche Prüfung. Es nimmt aber stumpfe Tipparbeit raus. Der Meister entscheidet weiter selbst, ob die Position passt, welcher Zuschlag nötig ist und wo ein Risiko im Projekt steckt.
Wenn Du verschiedene Programme auf dem Schirm hast, hilft ein Blick in einen praxisnahen Vergleich für Handwerker Software, statt nur Werbeseiten zu lesen.
Mobile App für Baustelle und Büro
Die App draußen entscheidet oft über Erfolg oder Frust im Betrieb. Wenn Monteure für eine Zeiterfassung erst drei Menüs öffnen müssen, wird sie nicht genutzt. Wenn Fotos nicht direkt am Auftrag hängen, landen sie wieder in WhatsApp oder in der privaten Galerie.
Worauf es ankommt, ist simpel:
- Zeiten mit wenigen Klicks erfassen
- Fotos direkt dem Auftrag zuordnen
- Notizen, Rapporte und Mängel am richtigen Projekt speichern
- Pläne und Dokumente auf dem Handy abrufen
- Auch bei schlechtem Empfang noch vernünftig arbeiten
Ein Beispiel aus dem Alltag. Beim Flachdach wird nach dem Öffnen mehr Schaden sichtbar als gedacht. Die Kolonne macht drei Fotos, schreibt zwei Sätze dazu und hängt alles sofort an den Auftrag. Später ist klar dokumentiert, warum Zusatzarbeiten nötig waren. Ohne diese Zuordnung beginnt am Abend die Sucherei.
Eine gute App muss auf der Baustelle schnell sein. Mit Handschuhen, mit Dreck an den Fingern und ohne lange Erklärung.
Plantafel und klarer Arbeitsstand
Sobald mehrere Baustellen parallel laufen, brauchst Du einen verlässlichen Blick auf die Woche. Wer ist wo eingeplant, welches Material fehlt noch, welcher Auftrag hängt fest, weil eine Freigabe fehlt. Eine digitale Plantafel löst nicht jedes Problem, aber sie verhindert viele vermeidbare Abstimmungen.
Der praktische Nutzen zeigt sich an Kleinigkeiten. Das Büro sieht freie Kapazitäten. Der Bauleiter erkennt Überschneidungen früher. Der Monteur weiß morgens, welcher Auftrag Priorität hat. Rückfragen landen direkt am Vorgang statt im Kopf von drei Leuten.
| Funktion | Konkreter Nutzen im Betrieb |
|---|---|
| Plantafel | Auslastung und Terminüberschneidungen schnell erkennen |
| Teamzuweisung | Kolonnen und Monteure eindeutig einteilen |
| Projektstatus | Büro und Baustelle arbeiten mit demselben Stand |
| Aufgaben am Auftrag | Offene Punkte gehen nicht zwischen Anrufen verloren |
Bei vielen kleinen Einsätzen, etwa in SHK oder Elektro, spart das jeden Tag Nerven. Nicht spektakulär. Aber genau diese Ruhe im Ablauf fehlt vielen Betrieben.
Nachkalkulation und Deckungsbeitrag
Hier trennt sich oft ordentliche Software von netter Oberfläche. Ein Angebot schnell zu schreiben ist gut. Wirklich besser wird Dein Betrieb erst, wenn Du hinterher sauber siehst, was der Auftrag gebracht hat.
Wichtig sind dafür drei Dinge: geplante Stunden, tatsächliche Stunden und die echten Materialkosten. Wenn diese Werte nicht zusammenlaufen, kalkulierst Du den nächsten Auftrag wieder nach Bauchgefühl. Das fällt bei ähnlichen Arbeiten erst spät auf. Die Baustellen sind voll, der Kalender ist gut gefüllt, aber am Monatsende bleibt zu wenig übrig.
Ich habe oft gesehen, dass genau das der blinde Fleck ist. Das Angebot war ordentlich, die Rechnung auch. Nur die Auswertung danach fehlte. Dann merkst Du nicht, dass eine bestimmte Leistung immer zu knapp angesetzt ist, dass Rüstzeiten fehlen oder dass ein kleines Zusatzpaket auf der Baustelle regelmäßig Marge frisst.
Deshalb sollte die Software nicht nur vorne beim Schreiben helfen, sondern hinten bei der Auswertung. Sonst digitalisierst Du zwar den Ablauf, aber nicht die Entscheidung, was sich in Deinem Betrieb wirklich lohnt.
Die richtige Bausoftware für deinen Betrieb auswählen
Die falsche Auswahl passiert selten, weil die Software schlecht ist. Sie passiert, weil der Betrieb vorher nicht sauber entschieden hat, was er wirklich braucht. Viele testen drei Programme und schauen nur auf den Preis oder auf die Oberfläche.

Die kurze Checkliste vor dem Test
Nimm Dir vor jeder Demo zehn Minuten und beantworte diese Punkte ehrlich.
Größtes Problem zuerst
Brauchst Du schnellere Angebote, weniger Rückfragen auf der Baustelle oder sauberere Rechnungen. Wenn alles gleichzeitig weh tut, fang beim größten Engpass an.Wer arbeitet damit
Nutzt nur das Büro die Software oder auch Monteure und Bauleiter. Eine Lösung, die draußen keiner bedient, bleibt halbfertig.Welche Daten müssen rein
Kunden, Artikel, Leistungen, Preislisten, Projektakten. Je einfacher der Start mit echten Daten, desto besser.Was muss rechtlich und praktisch passen
E-Rechnung, ordentliche Ablage und nachvollziehbare Buchungen sind heute Pflicht. GoBD bedeutet kurz gesagt, dass Deine steuerlich relevanten Unterlagen nachvollziehbar, vollständig und unveränderbar dokumentiert werden müssen.Wie gut ist der Support
Wenn beim ersten echten Auftrag eine Frage auftaucht, brauchst Du jemanden, der antwortet. Nicht nur ein Hilfe-Center.
Prüfe Software nie nur in einer schönen Demo. Lege einen echten Auftrag an. Mit echter Objektadresse, echten Positionen und einem echten Mitarbeiter im Testzugang.
Woran viele Betriebe falsch auswählen
Der häufigste Fehler ist Funktionshunger. Betriebe kaufen ein großes Paket, nutzen später aber nur Rechnungen und Adressen. Der zweite Fehler ist das Gegenteil. Sie nehmen ein Billigtool, das bei der ersten Ausschreibung, beim ersten Nachtrag oder bei der ersten E-Rechnung auseinanderfällt.
Hilfreich ist ein nüchterner Vergleich mit Deinen eigenen Abläufen. Wenn Du dafür eine Orientierung suchst, ist ein Vergleich von Handwerker-Software nach Praxisbedarf sinnvoller als jede Hochglanzliste.
Auch die Investition selbst wird oft falsch eingeschätzt. Für kleine und mittlere Handwerksbetriebe gibt es nach § 7 EStG eine Sonderabschreibung von bis zu 20 % der Investitionskosten als Betriebsausgabe, wie die Übersicht zu Steuern für Handwerksbetriebe und § 7 EStG erklärt. Das ersetzt keine saubere Wirtschaftlichkeitsrechnung. Aber es zeigt, dass Softwarekosten steuerlich nicht einfach nur Belastung sind.
Wenn Du Anbieter vergleichst, prüfe am Ende nur diese fünf Fragen:
- Löst das Programm mein Hauptproblem sichtbar im Alltag.
- Können meine Leute es ohne langes Theater nutzen.
- Sind Angebote, Zeiten, Doku und Rechnung sauber verbunden.
- Gibt es persönlichen Support, wenn es klemmt.
- Kann ich mit einem echten Auftrag in wenigen Tagen starten.
Dein Weg zum digitalen Büro in 3 einfachen Schritten
Montag, 6:45 Uhr. Der erste Monteur steht schon auf der Baustelle, im Büro klingelt das Telefon, und für das Angebot von letzter Woche fehlt noch eine Position. Genau in solchen Momenten zeigt sich, ob Digitalisierung im Betrieb hilft oder nur zusätzliche Arbeit macht. Der saubere Einstieg beginnt deshalb nicht mit einem Großprojekt, sondern mit einem einzigen echten Ablauf, der ab morgen besser laufen soll.

Schritt 1 mit einem laufenden Auftrag anfangen
Nimm keinen Testfall aus der Luft. Nimm einen Auftrag, der ohnehin auf dem Tisch liegt. Zum Beispiel die Badsanierung in der Lindenstraße 12 oder die Fassadenarbeiten in der Bahnhofstraße. Dann sieht jeder im Team sofort, ob die Software im Alltag trägt.
Für den Start reichen vier Dinge:
- Kunde mit richtiger Adresse und Ansprechpartner
- Leistungen oder Artikel, die Du wirklich abrechnest
- Mitarbeiter, die auf dem Auftrag arbeiten
- Ein Projekt, das in den nächsten Tagen läuft
Mehr brauchst Du am Anfang nicht. Wer zuerst alles einpflegen will, verliert meistens schon in Woche eins die Lust. Besser ist ein enger Start. Erst wenn der erste Auftrag sauber läuft, kommen die nächsten Baustellen dazu.
Schritt 2 das erste Angebot unter echten Bedingungen schreiben
Hier merkt man den Unterschied oft am schnellsten. Nicht bei der Kleinreparatur mit zwei Positionen, sondern bei einem Vorgang, der im Büro sonst Zeit frisst. Etwa ein Angebot für Elektroarbeiten im Treppenhaus, eine SHK-Sanierung mit Zusatzpositionen oder Malerarbeiten mit mehreren Räumen und Nachträgen.
Wichtig ist nicht, dass das Angebot schön aussieht. Wichtig ist, dass Deine Kalkulation stimmt, die Texte passen und Du später aus genau diesem Vorgang weiterarbeiten kannst. Also ohne Abtippen, ohne doppelte Dateien und ohne die übliche Suche nach der letzten Version.
Ich würde im Test bewusst auf einen Auftrag gehen, bei dem es sonst gern hakt. Leistungsverzeichnis, Alternativpositionen, Nachlass, mehrere Losgrößen. Wenn die Software das ordentlich abbildet, taugt sie meistens auch für den normalen Tagesbetrieb.
Schritt 3 Angebot, Baustelle und Rechnung in einen Ablauf bringen
Jetzt kommt der Teil, an dem viele Betriebe entweder Zeit gewinnen oder wieder in altes Chaos zurückfallen. Das Angebot darf kein Endpunkt sein. Es muss direkt ins Projekt übergehen, damit Zeiten, Fotos, Notizen und Rechnung später an derselben Stelle landen.
Der Ablauf ist einfach:
- Projekt aus dem Angebot anlegen mit Objektadresse und Ansprechpartner.
- Mitarbeiter zuweisen, die wirklich auf die Baustelle fahren.
- Zeiten ab dem ersten Einsatz erfassen und nicht erst am Freitagabend nachtragen.
- Fotos und kurze Notizen direkt dem Auftrag zuordnen.
- Rechnung aus dem Projekt erstellen, statt Infos aus WhatsApp, Papierzetteln und Excel zusammenzusuchen.
Genau hier kippt die Stimmung im Betrieb oft von Skepsis zu Akzeptanz. Der Monteur muss nicht lange tippen, sondern nur Zeiten und ein paar Bilder sauber ablegen. Das Büro muss nicht hinterhertelefonieren, weil Stunden, Materialhinweise und Leistungsstand schon am Auftrag hängen.
Führe deshalb nicht sofort alles ein. Starte mit einer Kolonne, einem Projekt und einem klaren Ziel. Zum Beispiel: Zeiten sauber erfassen und Fotos direkt zur Baustelle speichern. Wenn das zwei Wochen lang funktioniert, nimmst Du den nächsten Schritt dazu.
So entsteht ein digitales Büro, das den Feierabend nicht frisst. Weniger Rückfragen, weniger Sucherei, weniger Nacharbeit. Genau darum geht es im Handwerk. Nicht um Software für die Präsentation, sondern um einen Ablauf, der auf der Baustelle und im Büro wirklich trägt.
Häufige Fragen zu Software für das Handwerk
Ist Cloud-Software für Handwerksbetriebe sicher genug
Ja, wenn der Anbieter sauber arbeitet und Du auf klare Zugriffe, Rechte und eine geordnete Datenablage achtest. Im Alltag ist die größere Gefahr oft nicht die Cloud, sondern das Chaos aus privaten Handys, offenen Chats und lokalen Einzeldateien.
Was kostet eine gute Software für Bau wirklich
Das hängt vom Funktionsumfang und von der Nutzerzahl ab. Wichtiger als der Monatspreis ist die Frage, ob Du damit jeden Tag Zeit sparst und Fehler vermeidest. Eine günstige Lösung ist teuer, wenn sie Angebote, Zeiten und Rechnungen nicht sauber zusammenbringt.
Wie aufwendig ist die Einarbeitung für meine Mitarbeiter
Wenn das System praxistauglich ist, lernen Monteure die wichtigsten Schritte schnell. Entscheidend ist, dass Du nicht alle Funktionen am ersten Tag einführst. Starte mit einem Auftrag, einer Kolonne und einer klaren Aufgabe wie Zeiterfassung oder Fotodoku.
Brauche ich als kleiner Betrieb wirklich GAEB und KI
Nicht jeder Betrieb braucht beides sofort. Wenn Du aber mit Leistungsverzeichnissen, Architekten oder Ausschreibungen arbeitest, ist GAEB sehr wichtig. KI lohnt sich vor allem dort, wo Angebote viel Zeit fressen und ähnliche Abläufe wiederkehren.
Reicht Excel nicht, wenn ich nur wenige Mitarbeiter habe
Am Anfang vielleicht. Spätestens wenn mehrere Projekte parallel laufen, E-Rechnungen sauber verarbeitet werden müssen und Zeiten von der Baustelle ins Büro sollen, wird Excel zum Flaschenhals.
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